Willkommen bei der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz!

Sie kommen aus allen Richtungen. Sie haben die Ausfahrt verpasst und stehen irgendwo neben der Spur im zugigen Nirwana eines Autobahnkreuzes. Das Leben dröhnt durch ihr Herz, sie erzählen Geschichten oder sprechen in Reimen und manchmal singen sie auch. Unabänderlich! Die unverbesserlichen Leipziger TextpilotInnen dieser Stadt: Franziska Wilhelm, Julius Fischer, Hauke von Grimm, Michael Schweßinger, André Herrmann & Kurt Mondaugen sind die Lesebühne Schkeuditzer Kreuz! Ehrenmitglieder der Lesebühne: JaNa Klar, André Kudernatsch, Christoph Graebel.
Termine: jeden dritten Freitag im Monat (außer Juli/August) um 20.30 Uhr in der Wärmehalle Süd, Leipzig

Leipzigs Lesebühnen-Dreamteam, jeden 3. Freitag in der Wärmehalle Süd

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Heute Abend, am 05. Juli 2010, gibt es bei mephisto 97.6, dem hauseigenen Radio der Universität Leipzig, ab 19 Uhr eine Stunde Vorlesearbeit der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz zu hören. Mit dabei sind, soweit ich das einschätzen kann, Kurt Mondaugen, Jana Klar, Julius Fischer und meine Wenigkeit mit Texten, die wir dem Uniradio vor einer Weile zur Verfügung gestellt haben. Nochmals hingewiesen sei an dieser Stelle ebenso darauf, dass die freundlichen (und studententischen) Mitarbeiter von mephisto 97.6 uns damals eines ihres Studios zur Verfügung gestellt haben, um unseren Lesebühnensong aufzunehmen, den sie auch gleich noch freundlicherweise für uns gemischt und geschnitten haben.

Einen Livestream gibt es hier, 19 Uhr geht’s lost.

Und hier nochmal unser toller Song:

Direktlsk

Ein Beitrag unseres ehemaligen und mittlerweile Ehrenmitglieds André Kudernatsch:

Mama, Mama, ich mag den Opa nicht! Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt! In Kleinfamilien aus dem Thüringer Wald mag das im kalten Winter eine probate Lösung sein. Aber was ist, wenn man nicht den Opa, sondern die Oper nicht mag? Für den Verzehr ist sie jedenfalls nicht geeignet.

Bereits 2003 wurde ein Betonsilo in ein bedeutsames Erfurter Loch hineingeklotzt, um eine weitere Pockennarbe im Gesicht der Landeshauptstadt zu stopfen. Nur ist ein Pickel oder sagen wir gleich: eine Beule wirklich besser? Was aussieht wie ein Futtersilo, sollte auf jeden Fall auch eins sein. Die Thüringer Schweine würden sich über die zentrale Lage und die Infrastruktur freuen. Und die Thüringer Menschen natürlich auch. Denn irgendwoher muss das Grundnahrungsmittel Rostbratwurst ja in hohem Tempo kommen!

Stattdessen wird der hohle Guss als Oper bespielt, auch wenn die Beschilderung in der Stadt allerorts ein Theater ausweist. Das mag Auswärtige verwirren soll aber nur darüber hinwegtäuschen, dass die Landeshauptstadt gar kein Theater mehr hat. Da muss die Oper quasi doppelt ran als Oper und als Schein-Theater (in dem wiederum Oper gespielt wird), also als Operntheateroper.

Die letzten versprengten nichtsingenden Theaterleute der Stadt hingegen stecken im Gewerkschaftshaus und diskutieren mit den Besuchern herum, weshalb man kein Bier mit in die Vorstellung nehmen darf, wenn es doch eine Etage drunter zu Rock- und Popkonzerten erlaubt ist. Da werden nette Gespräche geführt die sicherlich auch ein Grund dafür sind, dass die Einrichtung Haus der sozialen Dienste heißt.

Aber wir wollten über die Oper reden, die sogar schon überregional (also jenseits von Apolda und Arnstadt) Erwähnung fand. Nämlich als dort eine Schock-Version von Hänsel und Gretel lief samt Dildo-Hexe als Kinderschänder. Nur ist das Jahre her!

Heute darf vielmehr das russische Nationalballett über die Bühne stolpern und hin und wieder hüpfen und eine Aushilfskraft aus Nordhausen liest dazu Zwischentexte vom Spickzettel ab. So geschehen zu einem Märchen-Mager-Mix in der Weihnachtszeit, als besagte Truppe zu selbstgebrannten CDs tanzte die in der Mitte der Inszenierung gefährlich knacksten.

Wenn das die internationale künstlerische Innovation des Hauses ist, sollte man doch rasch über eine Umnutzung nachdenken, um sich nicht dauerhaft zu blamieren. Niemand will von den Landkreisen ausgelacht werden.

Das besagte Futtersilo würde schnuppern und Schweine bräuchten auch keine eigene Straßenbahnhaltestelle. Ein riesiger Buchladen käme ebenfalls nicht in Betracht da haben wir ja bereits den fusionierten Kompetenzklumpen Dubelhabel mit Büchern von vorn bis hinten.

Besser wäre etwas, bei dem nicht so auffällt, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht. Passend zu allen Krisenzeiten und Sparzwängen: ein Spaßbad! Gebadet und gesäubert wird immer! Nennen wir das nächste große Ding Dom-Therme und platschen wir bald schon los!